Hexenfeste


Für Hexen ist das Feiern wichtig. Hierbei ist die wichtigste Orientierung die Natur mit ihrem immer wiederkehrenden Kreislauf von Geburt, Wachstum und Reife.

Nicht immer richteten die Menschen ihren Lebens- und
Arbeitsrhythmus nach den heutigen 365 Tagen/12 Monaten
aus. In früheren Zeiten orientierte man sich vielmehr am Stand
von Sonne und Mond und am Lauf der Gestirne. Besonders
die Bauern nutzten den Rhythmus der Natur und richteten
Saat und Ernte nach bestimmten Tagen aus. Das
„Bauernjahr“ begann mit dem Fest Beltane, am 5. Vollmond
des Jahres (um den 30. April), und endete am 11. Neumond
(um den 31. Oktober) mit dem Samhain-Fest. Die Hexenfeste
kommen aus der keltischen und germanischen Tradition
unserer Vorfahren. Viele der Feste wurden später vom
Christentum übernommen. So wurde das Julfest durch
Weihnachten ersetzt. Maria Lichtmess wurde früher an
Imbloc gefeiert. Besonders deutlich ist die Ableitung des
christlichen Osterfestes von Ostara.

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Beltane (Walpurgis)
Beltane wird am 30. April gefeiert und ist einer der wichtigsten
Feste im Jahres-Kalender der Hexen. In den Dörfern werden
große Maibäume aufgestellt, die ein Symbol für die
Unabhängigkeit der Dorfgemeinschaft darstellen und ein
Fruchtbarkeitssymbol sind.
Ursprünglich diente das Fest einem ganz anderem Zweck:
Die Bitte um eine reiche Ernte, einen fruchtbaren Boden und
um gesunde Nachfahren in der Familie. Glück in der Liebe
versprachen sich junge Paare mit einem gemeinsamen
Sprung über das Beltane-Feuer. Viele schreiben danach
Wünsche auf kleine Zettel und werfen sie mit einem
Blumenstrauß ins Feuer.
In der Hexentradition gilt das Beltane-Fest als das
Hochzeitsfest der Göttin Diana und dem Gott Pan.
Fruchtbarkeit und Wachstum werden damit verbunden. Die
Magie dieses Abends ist bis heute nicht verloren gegangen.
Auch heute noch feiern die Hexen das Fest traditionell in
Freien, meist im Wald, auf einer Lichtung, auf einem Berg oder
einem Feld. Das Wichtigste dabei ist das Beltane-Feuer.


Litha (Sommersonnenwende)
Um den 21. Juni brennen in Europa alljährlich die
Sonnenwendfeuer. Die Sonnenwende war schon in
vorchristlicher Zeit ein großes Fest und es ist eines der
größten Feste, das sich aus der heidnischen Kultur bis heute
erhalten hat..
Das Leben der Bauern war schon immer vom Wetter
abhängig. Ohne Sonne wächst nichts und deshalb wurde die
Sonne dankbar verehrt. Die Sonnenwende ist eine
Übergangszeit im bäuerlichen Leben. Die Natur vollzieht eine
Wandlung vom Blühen zur Frucht und signalisiert, dass die
Erntezeit heran naht. Doch auch die Menschen erleben eine
Wandlung, auch er reift heran, die Fruchtbarkeit der Frauen
wird gefördert.
Früher wurde von der Kirche das Sonnenwendfeuer auf den
24. Juni verschoben, zu Ehren von Johannes, dem Täufer.
Dabei bezieht sich die Kirche auf das Johannisevangelium
und versucht dadurch die Bedeutung des Sonnenlaufs zu
ersetzen. Für Hexen hat die Johannisnacht eine ganz andere
Bedeutung: sie mmeln in dieser Nacht das Johanniskraut, ein
wichtiges Heilmittel, das dann an Weihern, Seen und Quellen
niedergelegt wird. Es soll unfruchtbaren Frauen helfen
schwanger zu werden und ungewollte Geister abhalten.
Das Ritual der Sonnenwende beinhaltete eine zwölftägige
Festzeit, die aufwändig vorbereitet wird.


Lammas/Lughnasad (Schnitterfest)
Lammas wird am 2. August gefeiert und ist das erste
Erntefest. Das erste Korn ist geerntet, Bäume und Sträucher
tragen reife Früchte.
Lammes ist ein traditionelles Hexenfest. Nicht laut und
ausschweifend wie die Sonnenwendfeier. Die Hexen widmen
dieses Fest der Göttin Habondias. Es ist die Göttin des
Reichtums und des Überflusses. Beim Ausüben des Rituals
dominiert die Farbe Grün, als Symbol für Hoffnung und
Fruchtbarkeit. Das Element Wasser, als Lebensspender steht
im Mittelpunkt des Bewusstsein.
Den Göttinnen werden an diesem Tag hauptsächlich
finanzielle Wünsche vorgetragen bzw. Bitten für das
Wohlergehen der Familie.



Mabon (Herbstäquinox)
Der Tag der Herbsttagundnachtgleiche (Äquinox) ist der 21.
September. Dies bedeutet, dass Tag und Nacht gleich lang
sind, nämlich 12 Stunden. Ab jetzt wird es jeden Tag etwas
später hell und früher dunkel. Damit ist endgültig die
Herbstzeit angebrochen. Die ersten Stürme ziehen über das
Land und der Sommer verabschiedet sich. Es ist Zeit, die
letzte Ernte einzuholen. Die Vorbereitung auf den Winter
beginnt.
Das Fest des Mabon beginnt am 21. und endet am 23.
September. Mabon steht für die Erneuerung des Geistes. Er
besucht auf seiner Wanderung mystische Orte und wird
wiedergeboren. So symbolisiert er das immer
wiederkehrende Leben. Auch die Göttinen Demeter und
Epana werden beim Ritual für gute Mutter-Tochter-
Beziehungen oder allgemein für Familienangelegenheiten
angerufen. Demeter und Epana stehen aber auch für die
Fruchtbarkeit und für eine reiche Ernte.
Mabon soll uns bewusst machen, was wir erreicht haben, ob
es unser Tun Wert war und was wir tun dürfen, um unsere
nächsten Ziele zu erreichen. Wie schon Lammas ist Mabon
dem Element Wasser gewidmet, dem Lebenselixier. Ein viel
verwendetes Hexenwerkzeug dieser Tage ist der Kelch.




Samhain („Halloween“)
Samhain, der Vorläufer von Halloween, zählt zu den ältesten
Festtagen der Menschheit. Die Kelten feierten am 31. Oktober
das Ende des Jahres.
Samhain war für die Bauern ein wichtiges Datum im
Mondkalender: Das Ernte- und Arbeitsjahr ging zu Ende. Die
letzen Feldfrüchte waren eingeholt worden und man bereitete
sich auf die Winterzeit vor, einer Zeit der Ruhe und
Vorbereitung, bis mit dem Fest Imbloc (Anfang Februar) ein
neues Arbeitsjahr begann.
Man verabschiedete das Jahr und bedankte sich bei den
Göttern. Die Weisheit der Ahnen spielte im Alltagsleben der
Kelten eine große Rolle. Zu Ehren der keltischen Todesgöttin
Morrigan wurden auf den Feldern und Hügeln große Feuer
entzündet. Es wurde rituell getanzt und getrommelt. Das alte
Leben sollte abgelegt werden, neue Vorsätze wurden gefasst.
Die Kelten glaubten früher, dass genau um 12 Uhr Mitternacht
das alte Jahr vorbei war und das neue anfing. Dazwischen
wähnten sie eine Art Zeitfenster das weder zum alten, noch
zum neuen Jahr gehörte, sozusagen ein zeitloser Raum. Da
sich zwischen den Jahren nur ein Hauch, ein Schleier,
befindet haben die Seelen der Toten die Möglichkeit mit den
Lebenden in Verbindung zu treten.

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